KLIMWANDELANPASSUNG IN RUANDA
Die Provinz Nyamasheke im Südwesten Ruandas ist aufgrund ihrer hügeligen Lage und der hohen Bevölkerungsdichte besonders vom Klimawandel betroffen. Das Rote Kreuz hilft, die negativen Auswirkungen zu minimieren.
"Am Anfang waren wir die Schwächsten, aber jetzt habe ich Schweine, und mit den Ferkeln kann ich es mir leisten, dass meine fünf Kinder zur Schule gehen!"
Aktuell ist die ergion mit erheblichen Umweltproblemen konfrontiert, die vor allem auf die Abholzung der Wälder durch die ländliche Bevölkerung zur Deckung des Energiebedarfs und zur Gewinnung von Baumaterial zurückzuführen sind. Der Rückgang der Wälder hat zur Folge, dass die Landbevölkerung vermehrt mit klimabedingten Risiken wie Überschwemmungen, Erdrutschen und Erosion konfrontiert ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die Landwirtschaft für 90 Prozent der Bevölkerung die wichtigste Lebensgrundlage darstellt. Der Klimawandel wird die Situation weiter verschärfen: die Erträge werden voraussichtlich zurückgehen und die Regenzeiten kürzer, dafür aber intensiver ausfallen.
Das Rote Kreuz hilft, die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der lokalen Bevölkerung zu stärken. Gemeinsam mit dem Ruandischen Roten Kreuz (RRC), den lokalen Verwaltungsbehörden und dem Engagement der Gemeinden soll die Klimaresilienz gestärkt werden.
Wie wir helfen:
- Förderung der Aufforstung durch die Gemeinden und Umsetzung von Erosionsschutzstrategien
- Aufklärungskampagnen, um das Verständnis der Bevölkerung für die Auswirkungen des Klimawandels zu verbessern
- Schaffung von nachhaltigen und klimafreundlichen Lebensgrundlagen
- Förderung von energiesparenden Kochherden
"Früher blieb ich zu Hause und wartete darauf, dass mein Mann Geld verdiente. Jetzt habe ich mit der Hilfe meiner Nachbar:innen neue Fähigkeiten erworben."
Das Projekt investiert in den langfristigen Aufbau von Kapazitäten, um die Umwelt zu schützen, die Zerstörung der natürlichen Ressourcen und der Biodiversität zu verringern und die Gesundheit und das Einkommen der Bevölkerung zu verbessern. Darüber hinaus werden die Bewohner in ökologischer Landwirtschaft geschult, was ebenfalls zur Verbesserung der Biodiversität beiträgt.
Das konnten wir erreichen:
- 2.000 Menschen aus der Gemeinde haben insgesamt 192.821 Bäume gepflanzt
- Durch Kampagnen, mobiles Kino und kulturelle Veranstaltungen wurden 12.155 Personen sensibilisiert.
- Durch eingeführte Erosionsschutzmaßnahmen wurden 113,9 Hektar degradierte Flächen gesichert.
- Es wurden zwei Frauengruppen mit 120 Mitgliedern gegründet, die nun mittels Gemüseanbau und Viehzucht Geld verdinen
- Für 155 Freiwillige, Ausschussmitglieder und lokale Behörden wurden Schulungen zur Katastrophenvorsorge und Notfallhilfe durchgeführt.
"Wir sind nicht mehr allein, die Genossenschaft hat uns geholfen. Wir können Schulgeld und Lebensmittel bezahlen und das Haus sanieren sowie Kleidung kaufen".
Die ruandische Regierung hat in die Aufforstung und Wiederaufforstung durch eine jährliche Baumpflanzung investiert. Das Ruandische Rote Kreuz ist einer der Partner, die diese Initiative unterstützen und zu ihr beiträgt. Im Einklang mit der panafrikanischen IFRC-Initiative für Baumpflanzung und -pflege hat das RRC eine Initiative gestartet, um jedes Jahr eine Million Bäume in den am stärksten gefährdeten Distrikten zu pflanzen. Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) trägt seit 2022 jährlich 10 Prozent (ca. 100.000 Bäume) dazu bei.
Das RRC hat die Baumpflanzung in sein breiter angelegtes Modelldorfkonzept integriert, das darauf abzielt, die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft zu stärken und die Herausforderungen der von Armut betroffenen Bevölkerung zu bewältigen. Das Konzept der Modelldörfer nutzt partizipatorische Ansätze, um ein Dorf durch integrierte sektorübergreifende Maßnahmen in den Bereichen Gesundheit, Wasser, Sanitär & Hygiene, Lebensunterhalt (einschließlich Landwirtschaft und wirtschaftliche Sicherheit) und Katastrophenmanagement umzugestalten, wobei die Anpflanzung von Bäumen eine entscheidende Rolle für den Umweltschutz und die Eindämmung des Klimawandels spielt.
Jedes Modelldorf wird danach ausgewählt, wo sich die am meisten gefährdete Bevölkerung befindet. Frauen, Männer, Mädchen und Jungen werden in die Definition von bedarfsgerechten und prioritären Aktivitäten einbezogen und von RRC-Freiwilligen dabei unterstützt, die Stärken und Schwächen der Zielgemeinschaften zu bewerten.
Die Baumpflanzungsinitiative ist Teil der Bemühungen, die Wälder zu vergrößern und wiederherzustellen und einen Beitrag zu den weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels zu leisten. Die Pflanzaktionen umfassen die Anpflanzung einheimischer Bäume, Agroforstwirtschaft und Obstbäume. Im Jahr 2010 verfügte das Land über 406.000 Hektar Naturwald, was etwa 20 Prozent seiner Landfläche entspricht. Dank der Aufforstungsmaßnahmen liegt die Waldfläche des Landes derzeit bei 30,4 Prozent, das sind rund 724 662 Hektar.